Vechtaer Stiftung würdigt Lohner Tafel

Die Vechtaer Familienstiftung Suding hat die Lohner Tafel mit ihrem Stiftungspreis OM-Trio ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Stiftungsvorstand hatte sich klar für die Initiative entschieden. Die 150 Ehrenamtlichen unterstützten an vier Standorten im Landkreis Vechta in jeder Woche mehr als 600 Menschen mit Lebensmitteln.
Der Initiator der Stiftung, Bernard Suding, hatte für die Preisverleihung einen außergewöhnlichen Laudator gewonnen: den früheren Bundespräsidenten und Niedersachsens ehemaligen Ministerpräsidenten Christian Wulf. Der CDU-Politiker kam am Samstagabend direkt vom Empfang der Hannoverschen Landeskirche im Kloster Loccum zur Verleihung in den Oyther Saal Sextro.
Wulf, noch immer in der ganzen Republik unterwegs, lobte das „unglaubliche Engagement“ der Tafel-Ehrenamtlichen. Die Stiftung habe eine großartige Entscheidung getroffen, die Tafel als Preisträger auszuwählen. Es sei vergleichsweise leicht, hin und wieder etwas Gutes zu tun. Es sei aber eine Riesen-Leistung, über 20 Jahre Woche für Woche dafür zu sorgen, dass die Regale in den Ausgabestellen gefüllt sind. Dafür brauche es viele Helfer, Fahrzeuge und großen Einsatz.
Wulf erinnerte auch daran: Der Einsatz der Ehrenamtlichen nehme den Staat nicht aus der Verantwortung, sich um seine Bürger zu kümmern. Aber das, was die Tafeln leisteten, sei mit Geld schlicht nicht zu bezahlen. Immerhin gebe es jetzt Zuschüsse, weil längst nicht mehr ausreichend Lebensmittel vom Einzelhandel kämen.
Norbert Fink, der Vorsitzende der Lohner Tafel, betonte allerdings, wie wichtig die Unterstützung des Handels und auch der Lebensmittelproduzenten in der Region sei.
Die Tafeln unterstützen in Deutschland zwei Millionen Menschen mit Lebensmitteln, die in Supermärkten nicht rechtzeitig vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft wurden. Wulf nannte das die „Rettung der Überproduktion von Lebensmitteln“. Diese gingen vor allem an Menschen, die unverschuldet und nachweislich ein zu geringes Einkommen hätten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Unter den zwei Millionen seien gut ein Drittel Kinder; aber auch Menschen mit nur kleinen Renten, denen nach der Miete kaum noch Geld zum Leben bleibe.
Wulf richtete sein Wort auch an Reimund Berding. Die Suding-Familienstiftung hatte dem Dinklager im vergangenen Jahr den OM-Trio-Stiftungspreis verliehen. Er konnte damals aber wegen einer Erkrankung nicht bei der Übergabe dabei sein und bekam deshalb in diesem Jahr eine besondere Würdigung. Berding setzt sich seit mehr als 40 Jahren für die SOS-Kinderdörfer ein. Wulf sah Berding und die Ehrenamtlichen der Tafel als hervorragende Beispiele für Menschen, die Anpacken und etwas verändern, statt sich zu beklagen. Bernard Suding hatte Christian Wulf auf Vermittlung des MIT-Kreisvorsitzenden, Werner Lübbe aus Langförden, angeschrieben und als Laudator eingeladen. Drei Tage später sei an einem Sonntag schon die Zusage von Wulf persönlich gekommen, erzählt Suding in seiner Begrüßung.
Der frühere Wernsing-Geschäftsführer hatte die Familienstiftung 2009 mit seinem Privatvermögen gegründet. Seit ihrem 10-jährigen Bestehen 2019 vergibt die Stiftung die mit 10.000 Euro dotierten Trio-Preise immer am Dreikönigstag. Statt den eigenen Geburtstag will er die Preisträger feiern: Das waren bisher außerdem die Aktion Sportler gegen Hunger (SgH) von Kreissportbund und OM-Medien, der Vechtaer Verein Kinderhilfe Rumänien um Pfarrer Richard Büssing und das Hospiz St. Anna in Dinklage. Die Stiftung lädt zu den Verleihungen alle bisherigen Preisträger und Laudatoren ein.
Suding blickt auf „ein gutes Jahr“ für seine Stiftung zurück: Durch Zins-, Dividenden- und Spendeneinnahmen habe sie 2023 rund 100.000 Euro für soziale Zwecke ausschütten können. Zu Weihnachten erhielt die Stiftung eine Dankeskarte von der Bokerner Clique mit einem Spruch von Anne Frank: „Niemand ist je durch Geben arm geworden!“ „Wahre Worte“, sagte Suding.

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